Meister-Trainer Hollwedel geht
Kreis-Diepholz - Von Matthias BorchardtLESSEN · Der Meister-Trainer steigt aus: Nach fünfjähriger Amtszeit verabschiedet sich Carsten Hollwedel mit dem Titelgewinn in der Fußball-Kreisliga und dem damit verbundenen Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga vom SV Lessen. Mit Hans-Heinrich Schütte (zuletzt SBS Kickers) steht der Nachfolger bereits fest.

Präsentieren zum Titelgewinn in der Fußball-Kreisliga eine Meister-Schale: Carsten Hollwedel (r.), Trainer beim Kreisligisten SV Lessen, und Vorsitzender Eckhard Post
„Das ist der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören. Ich muss aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen einfach kürzer treten“, sagt Carsten Hollwedel, der sich schon länger mit massiven Knieproblemen herumschlägt. Spieler und Verantwortliche hätten gern mit dem 47-Jährigen weiter gearbeitet, doch Eckhard Post, Vorsitzender des SV Lessen,
▪ Hartkamp-Brüder
▪ eine Bank
zeigt Verständnis für Hollwedels Entschluss: „Wir bedauern zwar, dass Carsten aufhört, aber wir respektieren und akzeptieren seine Entscheidung.“
Mit Hollwedel zieht sich nach der letzten Kreisliga-Partie am kommenden Freitag in Neuenkirchen auch der langjährige Betreuer Andreas Nordloh zurück. Doch ganz ohne Fußball geht es beim Erfolgs-Duo auch künftig nicht: Sie wollen sich bei den Heimspielen in der Bezirksliga treffen und völlig entspannt unter die Zuschauer mischen.
Neu-Coach Hans-Heinrich Schütte kann auf den kompletten Meister-Kader zurückgreifen, denn alle Spieler (14 kommen direkt aus Lessen) bleiben. „Er hat die Gespräche geführt und alle überzeugt“, lobt Carsten Hollwedel den 45-Jährigen, den er aus gemeinsamer Zeit im Jugendbereich der SBS Kickers kennt. Einen Neuzugang können die Verantwortlichen auch vermelden: Vom Bezirksligisten FC Sulingen kommt der vielseitig verwendbare Defensivmann Sebastian Ziebell.
Apropos Abwehr: Die Hintermannschaft ist das Prunkstück beim Spitzenreiter. „Wir stehen sehr gut in der Defensive“, lobt Carsten Hollwedel die Viererkette mit den starken Innenverteidigern Sönke und Julian Hartkamp sowie den Außenverteidigern Jörn Breuer und Patrick Langhorst. Betreuer Andreas Nordloh gerät bei den Innenverteidigern ins Schwärmen: „Die Hartkamp-Brüder sind eine Bank.“ Nicht zu vergessen ist Torhüter Tobias Plümer, der in 29 Meisterschafts-Begegnungen nur 22 Gegentore kassiert hat – das sind die wenigsten in der Kreisliga. Fällt der 24-Jährige einmal aus, gibt’s mit Christian Stelter gleichwertigen Ersatz.
Absolute Leistungsträger sind außerdem die Stürmer Christoph Dahm (19 Tore erzielt), Dennis Griffel (zwölf Treffer markiert) und Mittelfeldakteur Sascha Jäger (neun „Buden“). Letzterer bringt Erfahrung vom Oberligisten BSV Rehden mit. Der 26-Jährige gilt als zweikampfstark und kann eine Mannschaft führen.
Carsten Hollwedel nennt einen weiteren Aspekt, warum der SV Lessen so erfolgreich Fußball spielt: „Die ganze Mannschaft hat eine positive Entwicklung genommen. Sicherlich ist es auch vorteilhaft, dass wir mit einem 20er-Kader gut bestückt sind.“ Der B-Lizenz-Inhaber weiß aber auch, „dass das Spiel in der Bezirksliga schneller wird, aber die technischen und taktischen Voraussetzungen dafür haben wir“.
Beim SV Lessen gibt’s auch künftig kein Geld für die Kicker. „Wir weichen nicht von unserem Konzept ab. Wichtig ist, dass die Spieler Spaß bei uns haben“, betont Eckhard Post, der bald Hans-Heinrich Schütte als Betreuer der „Ersten“ unterstützt. Eines versichert der „Boss“ des SV Lessen: „Bei den Heimspielen fiebert ein ganzes Dorf mit.“